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BVMW-Verbandsinformationen
Nr. 116
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"Die fühlen sich beleidigt"
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Mario OHOVEN (58) befürchtet von der Kapitalismus-Kritik der SPD Kollateralschäden für den Wirtschaftsstandort
Deutschland.
Macht es nachdenklich, wenn zwei Drittel der Deutschen der SPD-Schelte über Auswüchse des Kapitals zustimmen?Meiner Ansicht nach schlägt SPD-Chef Müntefering hier auf den Sack Mittelstand, er meint aber die Konzerne. Herr Müntefering hat mit falschen Mitteln eine richtige Debatte angestoßen. Besser wäre eine mittelstandsfreundliche Politik. Franz Müntefering nimmt aber wegen des Wahlkampfs in Nordrhein-Westfalen massive Kollateralschäden für den Wirtschaftsstandort Deutschland in Kauf. Ich spreche mit ausländischen Investoren und stelle fest, dass viele einen großen Bogen um Deutschland machen, weil die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen nicht
stimmen. Die SPD wirft doch nicht alle Unternehmer in einen Topf?Müntefering macht keine Unterscheidung zwischen Managern in börsennotierten Konzernen und Unternehmen in Personengesellschaften. Letztere überwiegen mit über 80 Prozent. Die fühlen sich beleidigt. Die Wortwahl "Heuschrecken" ist in meinen Augen sehr bedenklich. Wenn einer den Karren aus dem Dreck zieht, dann sind das die
Unternehmer. Ist die Kritik am Verhalten einiger Konzerne aus Ihrer Sicht etwa nicht gerechtfertigt? Die Kritik gilt einigen Konzernen und Topmanagern. Dort gilt statt sozialer Marktwirtschaft knallharter Turbokapitalismus. Konzernchefs bekommen Millionenabfindungen, auch wenn die Leistung nicht gestimmt hat. Es gibt aber 2,5 Millionen Unternehmer, die zwischen einem und zehn Mitarbeiter beschäftigen. Auch auf sie schlägt die SPD ein. Unter diesen Unternehmern gibt es viele, die gehen zur Bank und nehmen eine Hypothek auf ihr Privathaus auf, um ihre Mitarbeiter zu halten. Der Mittelständler hält privat den Kopf hin. Das tun natürlich die Konzernchefs
nicht. Was halten Sie von einer ethischen Debatte, von der die Union jetzt
spricht? Debatten bis hin zum Kanzlergipfel haben nichts gebracht. Das Bündnis für Arbeit war eine Show. Der BDI oder der Arbeitgeberverband werden sehr stark beeinflusst von den Großbetrieben. Ich plädiere dafür, dass sich der Mittelstand politisch mehr engagiert in allen Parlamenten. Was haben DIHK oder Zentralverband des Deutschen Handwerks für den Mittelstand erreicht? Gar
nichts. Gespräch: Evi KEIL 24.04.2005
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