|
|
 |
BVMW-Verbandsinformationen
Nr. 092
|
Müntefering meint die Großen – und trifft die Kleinen
|
Berlin – Zur Forderung des SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering nach einer Erhöhung der
Unternehmenssteuern erklärt der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven:
„Müntefering zielt auf Vodafone – und trifft Millionen kleiner und mittlerer Unternehmen. Es ist zu hoffen, dass sich im SPD-Vorstand ökonomischer Sachverstand gegen Münteferings parteitaktischen Populismus durchsetzt. Eine Erhöhung der Mindeststeuer auf Unternehmensgewinne wäre nicht nur Gift für die Konjunktur, sondern hätte auch verheerenden Folgen für den Mittelstand.
Für die deutschen Mittelständler sind die Instrumente des Verlustvortrags und des Verlustrücktrages von existenzieller Bedeutung: Wenn ein kleiner Betrieb aufgrund von Investitionen über Jahre Verluste einfährt, darf er nicht unmittelbar nach Erreichen der Gewinnschwelle vom Finanzamt zur Ader gelassen werden. Dadurch würde dem Unternehmen die Möglichkeit genommen, aus dem Gewinn seine Kredite zu tilgen.
Deshalb muss die geltende Regelung für kleine und mittlere Betriebe zumindest beibehalten werden. Die Freibeträge sollten besser sogar noch aufgestockt werden. Wer indes Milliarden-Abschreibungen weltweit agierender Konzerne zu Lasten ehrlicher Steuerzahler verhindern will, muss den Hebel bei der internationalen Verteilung der Verluste ansetzen, die derzeit erstaunlicherweise alle in Deutschland anfallen.“
|
|