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Gut 100 Unternehmer aus Potsdam und Umgebung erlebten am 150ig-jährigen Hoffmannschen Ringofen der Neuen Ziegel-Manufaktur in Glindow einen beschwingten Sommerabend. "Wer trifft den (r)echten Ton" - so das Motto des Abends. Gleich mehrfach wurde der rechte Ton getroffen. Bei der Besichtigung der Ziegelmanufaktur klebte er nicht nur den Kindern an den Händen, auch die Musiker von "Mama George" verstanden es, ihr Publikum mit eigenen Coverversionen beliebter Songs zu Beifall "auf offener Bühne" zu begeistern. Wie der rechte Ton in der geschäftlichen Kommunikation zu finden ist, das zeigten Dr. Elke Brenstein und Kommunikationstrainer Martin Meissner mit dem tollen Spiel: "Erkenne Dich selbst". 32 Unternehmer hatten den Mut zu aktiven Teilnehme. Sie bewaffneten sich mit Kerzen, entsagten der Verlockung einer Weinprobe und schritten neugierig zum volleyballfeldgroßen Spielfeld. "Welche Rolle Sie in unserem Spiel spielen werden, ist jetzt noch unbestimmt. Gewiss ist nur, es wird keinen Verlierer geben. Folgen Sie einfach Ihren Gefühlen, reagieren Sie völlig ungezwungen auf unsere Vorgaben", machte Martin Meissner den doch ein wenig skeptisch dreinblickenden Unternehmern Mut.
Rasch waren die Spielregeln erklärt: Die Spielemacher stellten sich diametral an den Ecken des Feldes auf: "Sie hören nun Beschreibungen verschiedener Handlungsmuster. Erkennen Sie sich in der Beschreibung wieder, so nähern Sie sich bitte dem Sprecher. Wenn nicht, bleiben Sie einfach in der Mitte stehen.", erklärte Martin Meissner die Spielregeln. Dann verlasen die Spielemacher kurze Passagen mit der Beschreibung ganz unterschiedlicher Denk- und Verhaltensmuster, wie: "wenn ich mein Ziel einmal erkannt habe, steuere ich geradewegs darauf zu, egal ob ..." oder "bevor ich etwas neues anpacke, prüfe ich genau, ob ...". Recht unterschiedlich, einmal fast im Sprint, dann wieder etwas unentschlossen oder langsam führten die Spieler ihren Positionswechsel durch. Rasch löste sich das Spielerpulk in vier, fast gleichgroße Gruppen auf. Das Ergebnis: In jeder Gruppe fanden sich Unternehmer, die ein recht ähnliches Herangehen an die Bewertung und Lösung von Aufgaben haben. So entstand die Gruppe der "zielstrebig - dynamischen" oder der "zuverlässig - verständnisvollen". "Unser Spiel dient nicht nur der hier sichtbar gemachten Selbsterkenntnis um eigene Stärken im Denken und Handeln. Es geht auch darum, den Anderen zu erkennen und das Miteinander zu gestalten", kündigte Dr. Brenstein die nun folgende Gruppenarbeit an. "Bitte formulieren Sie in Ihren Gruppen Begriffe, die die starken Seiten ihres Handelns und Herangehens an die Lösung von Aufgaben kennzeichnen". Rasch, da sich in den Gruppen ja "ähnlichdenkende" gefunden hatten, war diese Aufgabe gelöst. "Sie sehen", so Frau Dr. Brenstein beim Vergleich der Gruppenergebnisse untereinander, "jede Gruppe geht unterschiedlich an die Lösung der Aufgaben heran. So, wie es deren starken Seiten entspricht". Als Martin Meissner den dritten Teil des Spiels eröffnete, was es bereits völlig finster. Gespenstisch das Licht der flackernden Kerzen und des rauschenden Windes in den Baumkronen. "Beschreiben Sie mit wenigen Worten, was Sie in einem Verkaufsgespräch als förderlich empfinden und nennen Sie ein K.O.- Kriterium für den erfolgreichen Verkauf". Heftig diskutierten nun die Unternehmer der "strukturiert - gewissenhaften" Gruppe. Rasch einigten sich die Vertreter der "enthusiastisch - engagierten" Gruppe, Noch schneller waren die "zielstrebig - dynamischen" fertig. Im flackernden Kerzenschein ein klares Ergebnis: Jede Gruppe hatte andere Umstände als verkaufsförderlich oder verkaufshemmend beschrieben. Bei den "Gewissenhaften" waren z.B. die Gewährleistungsbedingungen wichtig, während es den enthusiastischen auch wichtig war, das sie die Person des Verkäufer als sympathisch empfinden, sie ihn gewissermaßen "gut riechen" können.
Demonstrativ blätterte Martin Meissner nun ein Flipchartblatt auf: "Behandele den Anderen so, wie auch Du behandelt werden willst". Erst Zustimmung, dann Schweigen, dann Protest und Meissners Rotstift durchstrich die zweite Satzhälfte: "Behandele den Anderen so, wie es ihm hilft, Dich zu verstehen", "Klar", so eine leise Stimme aus dem Hintergrund, "wenn mich nur die verstehen, die wie ich ticken, vergebe ich mir, von den vielen anderen verstanden zu werden und das ist wirklich geschäftsschädigend". Das Spiel war beendet, der Kreis geschlossen, die "Fans" spendeten den Akteuren Beifall, im Gewölbe des Ringofens lud Herr Krohn die Spieler zur zweiten Runde der Weinverkostung ein. Ra.
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