|
|
 |
BVMW-Spitzentreffen
Nr. 11/03
|
Wende in der Politik:
"Mein Großprojekt heißt Mittelstand"
|
"Die Chipfabrik ist klinisch tot, der Lausitzring lahmt, der Großflughafen kommt (zu)spät - es ist nur auf den Mittelstand Verlass." So etwa lautete die Grundaussage des Rückblicks, den Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns am 21. November 03 vor der Presse zog. Er musste einräumen, dass es ihm nicht gelungen ist, in dem einem Jahr seines Wirkens als Wirtschaftsminister das Ruder herumzureißen und die seit langem schwächelnden wirtschaftlichen Großprojekte konsequent, sprich möglichst steuersparend, zu beenden. Zu sehr hatten sich die alten "Macher" in diese "Leuchttürme" für den heiß herbeigesehnten wirtschaftlichen Aufschwungs verliebt. "Mein Großprojekt heißt Mittelstand" das verkündet der Minister ganz entschieden, wohlwissend, dass es sehr schwer ist, mit tausenden kleiner guter Taten positiv in die Medien zu kommen, als mit einer auffallenden "Hau-Ruck-Aktion". Doch Popularität hat der Minister nötig. Das Wirtschaftswachstum lahmt in Brandenburg erheblich. Will Junghanns sein Versprechen für den Mittelstand einlösen, muss er auch für seine Partei ,die CDU, gehörig Sympathiepunkte sammeln. Denn nur wenn diese bei den Landtagswahlen in kommenden Jahr Regierungspartei wird, ist für Junghanns der Ministerstuhl weiterhin sicher. Nur dann wird er auch über die Macht verfügen, im Ministerkabinett gehörig für die Durchsetzung mittelstandsfreundlicher Maßnahmen drängen zu können. Wer sind die Verbündeten in diesem Kampf um Popularität und Wirtschaftswachstum? Ulrich Junghanns setzt auf zwei Pferde: Die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) und die Flächenwirkung derzeit erfolgreicher Global Player für tausende kleiner erfolgreicher Unternehmer der Region. Mit der Neustrukturierung der Zukunftsagentur Brandenburg hofft er einen modernen und beweglichen Dienstleister zur verwaltungsseitigen Unterstützung der Wirtschaftsentwicklung der Mittelständler geschaffen zu haben. Besonders in Punkto Technologieförderung soll die ZAB ein unbürokratischer Servicepartner für die um notwendige Unterstützung ringenden Unternehmen sein. 20 Millionen Euro hat die ZAB im kommenden Jahr im Füllhorn, vor allem, um die Produkt- und Verfahrensinnovation zu fördern. Stolz ist der Minister auch auf das Programm "Gründungs- und Wachstumsfinanzierung" (GuW), über das in diesem Jahr rund 300 Kreditverträge von fast 30 Millionen Euro realisiert wurden. Die Kraft tausender kleiner Mittelständler soll sich, so die Hoffnung des Ministers, besonders im Umfeld der "Global Playern" Rolls Royce und MTU entwickeln. Überall im Lande sollen Netzwerke in den Branchen Biotechnologie, Medien- Informations- und Kommunikationstechnologien entwickelt und vorangetrieben werden. "Ich suche dabei die Unterstützung durch alle Kammern, Verbände und Vereine des Mittelstandes", sagt Junghanns gegenüber dem BVMW-Verbandsmanager Rainer Raddatz. Er fordert, statt globaler Klagen konkrete Sachverhalte: "Bringen sie mir konkrete Beispiele, wo die Säge klemmt, obwohl der Unternehmer seine "Hausaufgaben" gegenüber der Verwaltung gemacht hat. Dann werde ich Dampf machen, damit der unternehmerische Erfolg nicht durch den Amtsschimmel vereitelt wird." Ra.
|
|